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Global Warming war gestern

März 10, 2008 | CFACT Deutschland | Kommentare 0 |

von Edgar Gärtner

Der „Weltklimarat“ der Vereinten Nationen, das Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) glaubte, im vergangenen Jahr mit der Veröffentlichung seines vierten Berichts über den Klimawandel sowie mit Al Gores Propagandafilm „Eine unbequeme Wahrheit“ und die ihn begleitende aufdringliche Medienkampagne mit apokalyptischen Bildern den „Endsieg“ über die „Skeptiker“ davongetragen zu haben. Zwar wissen wir aus Meinungsumfragen, dass die „kleinen“Leute noch längst nicht wirklich daran glauben, dass das von den Menschen seit der industriellen Revolution in die Atmosphäre ausgestoßene Kohlenstoffdioxid (CO2) die Gefahr einer „Klimakatastrophe“ heraufbeschwört. Doch die Naturwissenschaftler und Ökonomen, die weiterhin an der Begründung der angekündigten drakonischen CO2-Einsparungsmaßnahmen zweifelten, fanden sich immer mehr in der Rolle einsamer Rufer in der Wüste.
Doch seit der ebenso bunten wie ergebnisarmen UN-Klimakonferenz von Bali im letzten Dezember wagen sich wieder mehr Kritiker aus der Deckung. Hauptgrund: Es wird immer offensichtlicher, dass die undurchschaubaren Computerspielereien, mit denen das IPCC seine Warnungen vor einer heranrückenden „Klimakatastrophe“ begründet, mit dem realen Wettergeschehen nicht viel zu tun haben. Der nun zu Ende gehende Winter gilt schon jetzt in vielen Teilen der nördlichen Hemisphäre als der kälteste und schneereichste seit Menschengedenken. Er setzt damit eine Entwicklung fort, die bereits nach dem El-Ni?o-Jahr 1998 und seinen Temperaturrekorden eingesetzt hat. Seit fast einem Jahrzehnt haben sowohl Bodenstationen als auch Sonden an Wetterballonen und künstlichen Satelliten keinen weiteren Anstieg der Erdtemperatur mehr ausgemacht. In der gleichen Zeit sind die weltweiten CO2-Emissionen – nicht zuletzt wegen des Wirtschaftsbooms in Asien – kräftig weiter gestiegen. Das wirft die Frage auf, ob und wieweit die Menschen mit ihren CO2-Emissionen, global gesehen, überhaupt einen nennenswerten Einfluss auf die Entwicklung der globalen Durchschnittstemperatur ausüben.

Das IPCC ist aufgrund seiner politischen Verpflichtung zur inhaltlichen Selbstgleichschaltung („Konsens“), wegen der Abhängigkeit seiner Mitglieder von Aufträgen und finanziellen Zuwendungen der etablierten Politik sowie der am lukrativen Handel mit heißer Luft interessierten internationalen Großfinanz offenbar nicht in der Lage, dieser Frage unvoreingenommen nachzugehen. Deshalb trafen sich Anfang März 2008 auf Einladung des Science und Environmental Policy Project (SEPP) und des Chicagoer Heartland Institute am Times Square in Manhattan an die 500 renommierte Wissenschaftler sowie Vertreter von Think Tanks und anderen von der etablierten Politik unabhängige Organisationen, um unter den Augen eines beachtlichen Aufgebots von Medienleuten die Schlussfolgerungen eines „Nongovernmental International Panel on Climate Change (NIPCC)“ zu diskutieren. „Für mich steht nach allem, was die Atmosphärenforschung in den letzten Jahren herausgefunden hat, außer Zweifel, dass der Mensch nicht spürbar zur globalen Erwärmung beigetragen haben kann. Der Klimawandel ist natürlich und kann vom Menschen nicht gesteuert werden“, erklärte der emeritierte Atmosphären- und Raumfahrtphysiker Fred Singer, der als Vorsitzender des 1990 gegründeten SEPP den Anstoß für die Bildung des NIPCC gab.

Im Prinzip arbeitete das von Singer seit April 2007 versammelte internationale Team von Naturwissenschaftlern mit den gleichen Messdaten wie das IPCC, wertete aber auch neuere Untersuchungen aus, die vom IPCC „übersehen“ wurden. Die vom IPCC verkündete Behauptung, den menschlichen „Fingerabdruck“ in der Atmosphäre ausgemacht zu haben, konnten sie nicht bestätigen. Roy W. Spencer von der University of Alabama, einer der führenden Spezialisten für Satellitenmessungen, hat nachgewiesen, dass sich die oberen Schichten der Atmosphäre über den Tropen abkühlen statt, wie vom IPCC vorhergesagt, aufheizen. Der Grund dafür sei wohl die Vernachlässigung der negativen Rückkopplung durch die kühlende Wirkung des Wasserdampfes und der daraus entstehenden Wolken in den mathematischen Klimamodellen. Spencers Messungen weisen eindeutig darauf hin, dass CO2 allenfalls eine winzige Rolle im Wettergeschehen spielen kann. Leider hat bislang selbst in den USA kaum ein Massenmedium davon Notiz genommen. Warum wohl?

Die vorhandenen Messdaten zeigten keinen Zusammenhang zwischen dem CO2-Gehalt der Luft und der Temperaturentwicklung, dafür aber eine frappierende Übereinstimmung mit bekannten Zyklen der Sonnenaktivität, stellt der Report des NIPCC fest. Der von Al Gore zum Ende des Jahrhunderts prophezeite Anstieg des Meeresspiegels um sechs Meter sei ein Hirngespinst, denn selbst das IPCC erwartet in seinem letzten Bericht höchstens noch ein Zehntel dieses Betrages – anstelle von fast vier Metern im ersten IPCC-Bericht von 1990. Wahrscheinlich werden es gerade 20 Zentimeter sein, weil der bisher gemessene allmähliche Anstieg des Meeresspiegels sich fortsetzen dürfte.

Auch die in Al Gores Propagandafilm an die Wand gemalte Gefahr einer Ausbreitung der Malaria nach Norden und in höhere Gebirgsregionen erscheint an den Haaren herbeigezogen. Denn es hat auch in kalten Gebieten wiederholt Malaria-Epidemien mit Massensterben gegeben. So in den Jahren 1923 bis 1925 in Sibirien. In der heutigen kenianischen Hauptstadt Nairobi, die 1.624 Meter über dem Meer liegt, gab es zwischen 1919 und 1950 fünf große Malaria-Ausbrüche, die viele Todesopfer forderten. Die britische Kolonialverwaltung musste 50.000 Pfund (heute etwa 1 Million Euro) für die Stechmücken-Bekämpfung locker machen, um den Bau der Eisenbahn von Mombasa nach Uganda voranbringen zu können. Darauf wies in New York Prof. Paul Reiter vom Pariser Institut Pasteur, einer führenden Spezialisten für Tropenkrankheiten, hin. Reiter demonstrierte am Beispiel der aktuellen großräumigen, interkontinentalen Ausbreitung der asiatischen Tigermücke (Aedes Albopictus), wie irreführend deren Erklärung durch die globale Erwärmung ist. Deren wirkliche Ursache sei der weltweite Handel mit ausgedienten Reifen. Das sich in ihnen sammelnde Regenwasser schaffe ideale Bedingungen für die Entwicklung der Mückenlarven, die sich in ihrem Ursprungsgebiet in alten Baumstümpfen vollzieht.

Sollte es sich herausstellen, dass der gerade beginnende 24. Sonnenzyklus (seit dem 18. Jahrhundert) so schwach ausfällt, wie von russischen Astronomen vorhergesagt, dann bekämen die Klimapolitiker und die ihnen dienenden Wissenschaftler, die alles auf die CO2-Karte gesetzt haben, ein ernstes Glaubwürdigkeitsproblem. Singer fürchtet, die Menschen würden sich bald nach wärmeren Zeiten zurück sehnen, weil diese – wie etliche der in New York präsentierten Studien zeigen – nicht nur ihrer leiblichen Gesundheit, sondern auch ihrem wirtschaftlichen Wohlstand zuträglicher sind. Vor allem würde es in einer möglicherweise bevorstehenden „Kleinen Eiszeit“ sehr schwer, die weiter wachsende Weltbevölkerung zu ernähren.

Schon jetzt hat sich der Preis von Mais am Chicagoer Futures-Markt wegen der Konkurrenz zwischen der Nahrungsmittelproduktion und der Erzeugung von Bio-Kraftstoffen innerhalb weniger Monate mehr als verdoppelt. Der von Weizen hat sich wegen der Ausweitung des Maisanbaus und schlechten Ernten seit Ende 2005 mehr als verfünffacht. Darunter leiden vor allem die Armen dieser Welt. Wie das Ziel, bis zum Jahre 2020 10, wenn nicht sogar 20 Prozent des Benzins durch Bio-Kraftstoffe zu ersetzen, ohne soziale Verwerfungen in den Industrieländern und Hungersnöte in den Entwicklungsländern erreicht werden kann, bleibt das Geheimnis der Klimapolitik. Nach Singers Co-Autor Dennis W. Avery vom Hudson Institute verletzt die massive Ausweitung der Produktion von Bio-Treibstoffen die agrarpolitische Grundregel, ärmere Böden der Wildnis zu überlassen. Nicht eine mäßige globale Erwärmung, sondern die Umwandlung von Tropenwäldern in Palmen-Plantagen bedrohe die Artenvielfalt.

Der als einziger Spitzenpolitiker zur New Yorker Tagung gereiste tschechische Staatspräsident V?clav Klaus sieht in der NIPCC-Konferenz einen wichtigen Anstoß, um vom irrationalen Klima-Alarmismus zu einer realistischen Einschätzung des Klimawandels zu gelangen. Mit scharfen Worten kritisierte Klaus die Klimapolitik der EU. Bis jetzt habe kein einziges EU-Land die CO2-Reduktionsziele des von der EU durchgesetzten Kioto-Protokolls erreicht. Länder wie Spanien, Portugal, Griechenland und Irland liegen um mehr als 50 Prozent darüber, die postkommunistischen Länder wegen des Zusammenbruchs ihrer Industrien deutlich darunter und die „normalen“ EU-Mitgliedsstaaten um immerhin vier Prozent hinter dem Ziel. Dennoch drängt die EU auf eine verschärfte Neuauflage des umstrittenen Kioto-Abkommens von 1997 und beschließt, ihre gesamten CO2-Emissionen in den kommenden 13 Jahren gegenüber 1990 um 30 Prozent zu senken. Das, so Klaus, gehe nur, wenn die EU entweder ihre Bevölkerungszahl deutlich verringert oder ihre Wirtschaftstätigkeit stark einschränkt und auf Wachstum verzichtet oder aber die CO2-Intensität der Wirtschaft drastisch verringert. Um das zu erreichen, setze die EU-Kommission auf Innovationen im Hauruck-Verfahren. Das erinnere ihn an die Wissenschaftlich-technische Revolution (WTR), mit deren Hilfe seinerzeit KPdSU-Generalsekretär Leonid Breschnew den kränkelnden Sozialismus retten wollte.

„Was ich in Europa und auch anderswo sehe, ist eine mächtige Verbindung von Unverantwortlichkeit, Wunschdenken, uneingestandenem Malthusianismus und dem Zynismus derer, die Wasser predigen und Wein trinken, mit einem starken Glauben an die Machbarkeit des Umbaus der Wirtschaft entsprechend eines radikalen politischen Konzepts. Aus meinen eigenen Erfahrungen mit kommunistischer Planung ist mir dagegen klar geworden, dass der unaufhaltsame Untergang des Kommunismus vor 18 Jahren nichts mit Klimatologie zu tun hatte, dafür aber umso mehr mit fehlender Freiheit“, schloss Klaus seine Ansprache. Die tschechische EU-Präsidentschaft verspricht, aufregend zu werden.



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