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	<title>CFACT Deutschland &#187; Ökologismus</title>
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	<description>Natur statt Umwelt, Verstand statt Ideologie</description>
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		<title>Rezension: Ökologie der Hoffnungslosigkeit</title>
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		<pubDate>Mon, 23 Feb 2009 18:14:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>CFACT Deutschland</dc:creator>
				<category><![CDATA[Archiv]]></category>
		<category><![CDATA[Ökologismus]]></category>

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		<description><![CDATA[Von Edgar L. Gärtner 
„Ich will in diesem Buch untersuchen, wie moralisch machbar es ist, nicht nur Staudämme einzureißen, sondern die gesamte Zivilisation abzuschaffen.(…) Jeden Morgen, wenn ich aufwache, frage ich mich, ob ich schreiben oder einen Staudamm sprengen soll.&#8221; Das gesteht Derrick Jensen, ein nordkalifornischer Öko-Aktivist und Bestseller-Autor in seinem nun auf Deutsch vorliegenden [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Von Edgar L. Gärtner </em></p>
<p>„Ich will in diesem Buch untersuchen, wie moralisch machbar es ist, nicht nur Staudämme einzureißen, sondern die gesamte Zivilisation abzuschaffen.(…) Jeden Morgen, wenn ich aufwache, frage ich mich, ob ich schreiben oder einen Staudamm sprengen soll.&#8221; Das gesteht Derrick Jensen, ein nordkalifornischer Öko-Aktivist und Bestseller-Autor in seinem nun auf Deutsch vorliegenden programmatischen Buch „Endgame&#8221;. Immerhin räumt er im gleichen Atemzug ein, er sei selbst zu feige und technisch zu ungeschickt, um das Programm seines in den USA als „das wichtigste Buch der letzten zehn Jahre&#8221; ausgezeichneten Wälzers auch umzusetzen. Dieser gewährt einen einzigartigen Einblick in die Denkart der in Nordamerika immer zahlreicher werdenden Öko-Fundamentalisten, die den Untergang von Milliarden von Menschen in Kauf nehmen, um ihrem Ziel, der Zerstörung der industriellen Zivilisation, näher zu kommen.<span id="more-25"></span><br />
„Leute, die Staudämme in die Luft sprengen, tragen nicht die Verantwortung dafür sicherzustellen, dass Leute, die in bislang mit Wasserkraftstrom geheizten Häusern leben, lernen, wie man über einem offenen Feuer kocht&#8221;, erklärt Jensen lapidar. Er bezeichnet sich selbst als romantischen Nihilisten. Dabei ist ihm aber offenbar nicht geläufig, dass „Nihilismus&#8221; nach Friedrich Nietzsche, der den Begriff zwar nicht erfand, aber maßgeblich prägte, nur eine vornehme Umschreibung von Dummheit ist. Jensen bestätigt auf eindrucksvolle Weise Nietzsches Einsicht, indem er die Hoffnung als „tödliches Gift&#8221; brandmarkt. „Wenn die Hoffnung stirbt&#8221;, schreibt er, „erkennen Sie, dass das Ich, das mit der Hoffnung gestorben ist, nicht Ihr wirkliches Ich war, sondern ein Ich, das von denen abhängig war, die Sie ausbeuten (…) Das Opfer-Ich stirbt. Und was bleibt übrig, wenn dieses Ich stirbt? Sie bleiben übrig. Das tierische Ich. Das nackte Ich… Das Ich, das nicht denkt, was die Kultur zu denken es gelehrt hat…&#8221; Und weiter: „Wir brauchen die Zivilisation nicht. Wir – Menschen, menschliche Tiere, die in gesunden, funktionierenden Gemeinschaften lebten – haben die allermeiste Zeit unserer Existenz völlig problemlos ohne die Zivilisation existiert. Aber wir brauchen eine lebende Landbasis.&#8221;</p>
<p>Jensen demonstriert auf diese Weise klarer als andere Öko-Nihilisten, wohin man gelangt, wenn man den Menschen nicht als Gottes Ebenbild begreift &#8211; und die Zivilisation nicht als Fortsetzung der göttlichen Schöpfung. Wer die Hoffnung, definiert als „Sehnsucht nach einem zukünftigen Zustand, auf den man keinen Einfluss hat&#8221;, so gering achtet, redet folgerichtig der Verzweiflung das Wort. Klarer: Jensen versucht die Wut seiner Leser zu schüren und ihnen Mut zu machen für Verzweiflungstaten gegen die verhasste Kultur. Sein Ideal ist die Lebensweise nordamerikanischer Indianerstämme vor der Ankunft des weißen Mannes. Im Unterschied zu den indianischen Hochkulturen in Mittel- und Südamerika mit ihren grausamen Menschenopfer-Riten übten die von der Jagd und vom Fischfang lebenden Stämme des Nordens tatsächlich von Anfang an eine große Faszination auf die Europäer aus. Von keinem Geringeren als Benjamin Franklin ist folgende Klage überliefert: „Kein Europäer, der das wilde Leben geschmeckt hat, kann es hinterher noch ertragen, in unserer Gesellschaft zu leben.&#8221; Nicht von ungefähr versuchten die Pilgerväter, Siedler und Soldaten durch die Aussetzung der Todesstrafe vom Überlaufen zu den ihnen sympathisch erscheinenden Indianerstämmen abzuhalten.</p>
<p>Als Haupthindernis auf dem Weg zurück ins Paradies erscheint Jensen das Christentum. „Ein Zweck des Christentums ist und war es seit jeher, die Unterwerfung unter die Herrschenden zu rationalisieren. (..) Buddhismus und Christentum leisten das, was alle Religionen der Zivilisation leisten müssen, sie naturalisieren die Tyrannei der Kultur&#8221;, behauptet Jensen. Nicht nur der Kapitalismus, sondern jede Form der Zivilisation beruhten auf der Besatzung und dem Missbrauch der natürlichen Lebensgrundlagen, meint er. Deshalb vergleicht er seinen Kampf für die Abschaffung der Zivilisation mit dem heldenhaften Aufstand es Warschauer Gettos gegen die Nazis. Den moralischen Pazifismus christlichen, buddhistischen oder hinduistischen Ursprungs lehnt er ab und fordert stattdessen eine „situationsbezogene Moral&#8221; und ein undogmatisches Verhältnis zur Gewalt. Dabei benutzt er seine durch Missbrauch durch den eigenen Vater verdorbene Kindheit implizit als Argument für „mildernde Umstände.&#8221;</p>
<p>Ist die Beschäftigung mit solch abstrusen Ansichten nicht vertane Zeit, wird sich mancher Leser fragen. Die Antwort liegt auf der Hand: Jensen steht mit seinem nihilistischen Ansatz keineswegs allein auf weiter Flur. Die Idee, dass die Entwicklung der Zivilisation an sich die größte Todsünde darstellt, gehört heute zum postmodernen Grundkonsens der vom Wohlstand Verwöhnten. Es gibt sogar eine objektive Allianz zwischen romantischen Nihilisten und jenen Kreisen der Politik und der Hochfinanz, die auf eine dezidiert antichristliche „neue Weltordnung&#8221; hinarbeiten.</p>
<p><small>Derrick Jensen: Endgame.  Zivilisation als Problem. Pendo Verlag.   München und Zürich, 2008. 540 Seiten. € 22,90 (D)/€ 23,60 (A)/sFr 41,50. ISBN: 978-3-86612-192-8</small></p>
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		<title>Die Macht des Wortes und die Grenzen des Dialogs</title>
		<link>http://cfact.de/2009/01/05/die-macht-des-wortes-und-die-grenzen-des-dialogs/</link>
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		<pubDate>Mon, 05 Jan 2009 18:25:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>CFACT Deutschland</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ökologismus]]></category>

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		<description><![CDATA[Von Edgar L. Gärtner 
„Im Anfang war das Wort“, heißt es im Johannes-Evangelium (1,1-2). Die Bedeutung dieses Halbsatzes ist theologisch und philosophisch umstritten und jedenfalls unverständlich ohne dessen Fortsetzung „und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort.“ Wenn die Bibel die Macht des Wortes eindeutig Gott zuordnet, heißt das aber noch lange [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Von Edgar L. Gärtner </em></p>
<p>„Im Anfang war das Wort“, heißt es im Johannes-Evangelium (1,1-2). Die Bedeutung dieses Halbsatzes ist theologisch und philosophisch umstritten und jedenfalls unverständlich ohne dessen Fortsetzung „und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort.“ Wenn die Bibel die Macht des Wortes eindeutig Gott zuordnet, heißt das aber noch lange nicht, dass Worte in ganz irdischen zwischenmenschlichen Angelegenheiten nur Schall und Rauch seien. Im Gegenteil: Die Erfahrung lehrt, dass Worte sogar töten können. Dennoch verlassen sich heute gerade Werbe-Profis aus gutem Grund nicht allein auf Worte.<span id="more-32"></span><br />
Sie haben gelernt: Kommunikation, echte zwischenmenschliche Verständigung beruht nur zu einem geringen Teil auf Worten, sondern zu allererst auf dem Austausch von Gebärden, Gesten und manchmal auch Düften. Sonst bliebe es unerklärlich, dass wir uns mit Hunden mitunter besser verständigen können als mit manchen Mitmenschen. Die eher zweitrangige verbale Verständigung bedarf darüber hinaus offenbar einer gemeinsamen Glaubensbasis. Allerdings sprechen die Werbeleute weniger vom Glauben als (neutraler) von zwischen vielen Menschen geteilten Bildern und Mythen. Um ihre Adressaten überhaupt ansprechen zu können, versuchen sie, die Produkt-Botschaft, die sie rüberbringen wollen, einem gängigen Mythos aufzusatteln. Beispiele für solche Mythen und Bilder sind etwa die Suche nach dem heiligen Gral oder der tapfere Kampf Davids gegen den Riesen Goliath.</p>
<p>Umgekehrt bedeutet das aber auch, dass verbale Kommunikation, Dialog zwischen Menschen grundverschiedenen Glaubens nur in sehr eingeschränktem Maße möglich ist. Darauf hat vor kurzem Papst Benedikt XVI. im Vorwort zum neuesten Buch des italienischen Philosophen und Ex-Senatspräsidenten Marcello Pera hingewiesen. Über religiöse Grundentscheidungen könne es keinen wirklichen Dialog geben, „ohne den eigenen Glauben in Klammern zu setzen“, betont dort der Papst. Mit einer „nicht widerlegbaren Logik“ lasse Pera in seinem Buch erkennen, dass der Liberalismus zum Nihilismus wird, wenn er sich gegen das christliche Gottes- und Menschenbild stellt, d. h. den Menschen die Eigenschaft der Gottesebenbildlichkeit abspricht. Europa könne nur dann zu einer „moralischen Gemeinschaft“ werden, wenn es zu seinen christlichen Wurzeln zurückkehrt, betont der Atheist und Popper-Schüler Pera. Als Skeptiker verspricht er sich allerdings viel von Taufe und Wiedertaufe. Er rät den Europäern, zu handeln, „als ob es Christus gebe.“</p>
<p>Alexander Smoltczyk, der Vatikan-Korrespondent des SPIEGEL, berichtete über die päpstliche Klarstellung unter der Überschrift „Schluss mit Lessing.“ In der Tat sieht Lessings Ringparabel, im Lichte der modernen Kommunikationsforschung betrachtet, alt aus.</p>
<p>(Als Gastkommentar veröffentlicht in DIE WELT vom 27. Dezember 2008, veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung des Autors.)</p>
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		<title>Buchbesprechung Öko-Nihilismus, Eine Kritik der Politischen Ökologie von Edgar L. Gärtner</title>
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		<pubDate>Fri, 16 Nov 2007 19:00:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>CFACT Deutschland</dc:creator>
				<category><![CDATA[Archiv]]></category>
		<category><![CDATA[Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[Ökologismus]]></category>

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		<description><![CDATA[von Gerhard Voss
Einen nicht ganz einfachen Lesestoff präsentiert der studierte Hydrobiologe und Umweltjournalist Edgar L. Gärtner mit seinem fast 300 Seiten umfassenden Buch über die Hintergründe der weltweiten umwelt- und klimapolitischen Entwicklungen. Als früherer Akteur der &#8220;grünen&#8221; Bewegung gehört Gärtner heute zu den selteneren kritischen Geistern in der Umweltdiskussion. Sein Buch ist deshalb auch nicht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>von Gerhard Voss</em></p>
<p>Einen nicht ganz einfachen Lesestoff präsentiert der studierte Hydrobiologe und Umweltjournalist Edgar L. Gärtner mit seinem fast 300 Seiten umfassenden Buch über die Hintergründe der weltweiten umwelt- und klimapolitischen Entwicklungen. Als früherer Akteur der &#8220;grünen&#8221; Bewegung gehört Gärtner heute zu den selteneren kritischen Geistern in der Umweltdiskussion. Sein Buch ist deshalb auch nicht nur eine distanzierte Würdigung aktueller umweltpolitischer Daten und Fakten, sondern mehr eine engagierte, mit vielen historischen Bezügen und philosophischen Argumenten gespickte Abrechnung mit der politischen Ökologie.<span id="more-60"></span></p>
<p>In einer Gesellschaft, die gerade auch in der Umwelt- und Klimapolitik auf political correctness Wert legt, wirkt schon der Titel des Buches provozierend. Um die Studie richtig einordnen zu können, muss man sich unvoreingenommen auf die Suche nach dem Wertegerüst begeben, von dem aus der Autor die politischen Entwicklungen beurteilt. So lässt er gleich zu Beginn in einer persönlichen Vorbemerkung den Leser wissen, dass er sich politisch bei den &#8220;Radikal-Liberalen&#8221; oder &#8220;Libertären&#8221; und &#8220;Konservativen mit mehr oder weniger engen religiösen Bindungen&#8221; verortet.</p>
<p>Wichtig für den Standpunkt des Autors ist aber auch seine Definition von Nihilismus, die im ersten Kapitel auf Seite 22 erfolgt. Nihilist sein bedeutet nicht, an nichts zu glauben, sondern nicht zu glauben an das, was ist. Der Realitätsverlust so mancher Politiker ist ein Symptom dieser Haltung. Am Schluss des Buches, im Abschnitt &#8220;Ein amerikanischer Traum von Europa&#8221;, wird Gärtners Weltsicht nochmals komprimiert beschrieben: Das Argumentationsmuster, mit dem Albert Camus seinerzeit totalitäre und nihilistische Entwicklungen im 20. Jahrhundert gegeißelt hat, bildet den anspruchsvollen politischen, philosophischen und letztlich auch religiösen Hintergrund des Buches. Öko-Nihilismus steht bei Gärtner für Verachtung der &#8220;unveränderlichen menschlichen Natur&#8221;, für &#8220;Ersatz individueller Freiheitsrechte durch Wertekataloge, die Gesinnungsterror rechtfertigen&#8221; wollen. In diesen Kontext ist auch der &#8220;gesunde Menschenverstand&#8221; einzuordnen, dem der Autor sozusagen die Rolle eines generellen Problemlösers zuweist.</p>
<p>Vor dem Hintergrund des libertären Wertegerüstes entwickelt der Autor seine harsche Kritik am Wohlfahrtsstaat und an der politischen Ökologie, wie sie sich in den letzten Jahrzehnten entwickelt haben. Aufgrund seiner intimen Kenntnisse über die Entwicklung der Umweltbewegung in Deutschland werden die verschiedensten polit-ökologischen Strömungen sowie umweltpolitische Aktionsprogramme und Maßnahmen unter die Lupe genommen. Kritik wird vor allem am Vorsorgeprinzip geübt. Wie in der Sozialpolitik des Wohlfahrtsstaates würden auch in der Umweltpolitik mit diesem Prinzip Maßnahmen , Programme, Gesetze und Verordnungen begründet, die dem Einzelnen die Luft zum Atmen rauben würden. Die Wurzeln dieser Entwicklung liegen nach Ansicht des Autors bei dem heute dominierenden &#8220;jakobinischen&#8221; Primat der Politik, &#8220;bei dem das Recht auf Freiheit hinter das Recht auf Existenz durch staatliche Fürsorge zurücktritt&#8221; (S. 173). Nicht zuletzt auch die Programme und Pläne für eine nachhaltige Entwicklung hätten nichts anderes zum Inhalt, als dass sie die Menschen zu ihrem Glück zwingen wollten. Nachhaltigkeit ist für Edgar Gärtner, so wie es auch die Enquete-Kommission des Bundestages &#8220;Schutz des Menschen und der Umwelt&#8221; formuliert hat, kein planbarer, wissenschaftlich begründbarer Zustand, sondern eine &#8220;regulative Idee&#8221; im Sinne Kants, &#8220;ein offenes erkenntnistheoretisches Konstrukt, das dem menschlichen Verstand bei Such- und Lernprozessen die Richtung weist&#8221; (S.193).</p>
<p>Allerdings ist auch der Autor selbst nicht gefeit vor Polemik und überzogenen Positionen. Das ist beispielsweise bei den an vielen Stellen des Buches fast ideologisch anmutenden Ausführungen zu den klimapolitischen Zusammenhängen der Fall. Die Einordnung von Theorien über eine drohende Klimakatastrophe &#8211; so fragwürdig sie auch sein mögen &#8211; als &#8220;von selbsternannten Hohepriestern fei erfunden&#8221; (S. 243), überschreitet nicht nur das Gebot der political correctness, sondern schneidet auch den Weg ab für eine bessere politische Bewertung von Erkenntnissen der Klimaforschung. Insgesamt fehlt die konstruktive Würdigung der Existenz globaler politischer Gestaltungsaufgaben, gerade auch in der Umwelt- und Klimapolitik. Auch so mancher vernünftige Ansatz in der Wirtschaft und Gesellschaft für den Umwelt- und Klimaschutz sowie die internationale Zusammenarbeit gehen im Kritikhagel des Autors unter. Zudem erscheint die Beschreibung der Umwelt- und Klimapolitik als ein Werkzeug der Kalten Krieger sehr eigenwillig. Auch so manche Problemgewichtung und Kritik ist unverhältnismäßig. Es wird mit Kanonen auf Spatzen geschossen. So wird beispielsweise die Agenda 21 sehr einseitig ausgelegt und in ihrer Bedeutung weit überschätzt. Das gilt auch für den Emissionshandel. Für den im Umwelt- und Klimaschutz engagierten Bürger, Wissenschaftler und Politiker bietet das Buch dann auch für den Alltag nur begrenzte Hilfestellungen. Aber es provoziert und zwingt den Leser zur Überprüfung seiner eigenen Position oder Vorurteile.</p>
<p>Unabhängig von seiner umwelt- und klimapolitischen Einordnung ist das Buch aber ein eindrucksvolles Plädoyer für eine freiheitliche Wirtschaft und Gesellschaft, die nicht einfach dem Laissez-faire frönt, sondern in der die individuelle Freiheit und Verantwortung des Einzelnen in den Vordergrund gestellt wird. Lesenswert ist das Buch vor allem auch deswegen, weil das Plädoyer für die Freiheit mit vielen originellen historischen Bezügen und philosophischen Darstellungen verknüpft wird. Dabei erfolgt auch eine lehrreiche, zum Teil recht eigenwillige Auseinadersetzung mit einschlägigen Philosophen, Soziologen, Historikern und politischen Strömungen.</p>
<p>Dr. Gerhard Voss, Sankt Augustin, langjähriger Leiter der Forschungsstelle Ökonomie/Ökologie im Institut der deutschen Wirtschaft Köln, jetzt freier Publizist</p>
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